Albrecht Müller ist schuld

Guten Tag!

Schuld an diesem Blog, noch ohne es zu wissen, ist Albrecht Müller von den Nachdenkseiten. Kurz nacheinander las ich seinen Beitrag Doppelte Asymmetrie – Warum wehren sich die Linken nicht? und die Beschreibung zu seinem Buch „Willy wählen ’72. Siege kann man machen.“, das ich selber leider bisher noch nicht lesen konnte. Folgende Satzfetzen ließen mich nicht mehr los: „Warum wehren sich die Linken nicht?“, die Medienbarriere überwinden, Aufbau einer Gegenöffentlichkeit, ironische und zugleich selbstbewusste Multiplikatorenkampagne, Wahlkampfbeitrag von Klaus Staeck. Gleichzeitig musste ich immer an Obamas Wahlkampf denken, den ich phasenweise mehrere Stunden am Tag verfolgt habe. Und dann fingen die Neuronen in meinem Kopf an zu feuern und ich sah Plakate vor mir.

Ich hatte bereits ein „going public“ erwogen, weil mich Wirtschaft und Politik in diesem Land krank machen. Allerdings wollte ich eher im Bereich Satire und vor allem noch nicht zu diesem Zeitpunkt tätig werden. Entsprechend improvisiert ist dieses Blog. Ich hoffe, ich werde die Werbung bis Mitte der Woche los und sie nervt nicht allzu sehr.

Viel Spaß!

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17 Antworten zu “Albrecht Müller ist schuld

  1. Christa Frohn

    Hallo,

    einfach genial, was Dir da gelungen ist!

    Mir ging es übrigens ähnlich wie Dir, als ich den Artikel in den NachDenkseiten gelesen hatte – er sprach mir aus der Seele !I ch war nämlich schon seit geraumer Zeit zu der Erkenntnis gekommen, dass ohne die Medien und ihre Kampagnen die derzeitige Politik der Umverteilung von unten nach oben keine Chance hätte. Die Menschen würden, wenn Sie nur wüßten, wer in diesem Lande was warum initiiert hat, auf die Barrikaden gehen – ja, auch hier in DL! Nur die permanente Gehirnwäsche seitens der Medienkonzerne auf allen Kanälen, skandalöser Weise auch und gerade des Öffentlich-Rechtliche Fernsehens- hält das System am Leben – wenn wir also wirklich den Zug noch stoppen wollen, dann müssen wir genau hier ansetzen! Das scheint ja -Gott sei Dank!- jetzt endlich so langsam anzulaufen! Ich wünsche mir und empfehle Dir, Deinen genialen Vorschlag direkt dem Bundesvorstand zur Kentnis zu bringen! Der eigentliche Wahlkampf läuft im Internet -das ist die Chance für Veränderungen!

    Herzlichen Gruß
    Christa Frohn
    Sprecherin der LINKEN Heinsberg
    Bundestagskandidatin

    • Noras Herrchen

      Christa, was den Bundesvorstand der Linkspartei angeht, ist Dein Draht vermutlich erheblich kürzer als meiner. Ich bin weder Mitglied der Partei, noch habe ich mich in den letzten zwanzig Jahren anderweitig politisch engagiert. Mir reicht’s nur einfach langsam…

  2. Super Sache! Ich trage mich mit einem ähnlichen Gedanken.

    Was ich aber bei Albrecht Müller manchmal denke: Sieht er alles nicht etwas zu schablonenhaft? Die „ganze“ Medienlandschaft ist betroffen? Ich würde mir einfach mehr inhaltliche, direkte und klare Arbeit wünschen. Denn die Aufregung (bei mir mittlerweile abgeklungen zu kalter Wut) wegen illegitimer, nicht ausgewogener Berichterstattung in den Medien ist zwar ganz gut und richtig so, aber die meisten Redakteure und Journalisten schreiben die Dinge doch so unbedacht einfach hin, weil sie sich damit noch nicht inhaltlich auseinandergesetzt haben, einfach nicht wissen (weil es ihnen ja niemand sagt), dass es nicht nur die angeblichen „Modernisierer“ und „Reformer“ gibt, die den Sozialstaat abbauen und flexibilisieren wollen, sondern eben auch Staaten wie Dänemark oder allgemein Skandinavien, wo die Leute mit einem typisch sozialdemokratischen Verständnis viel besser leben. Mehr Steuern, dafür weniger Armut, bessere Bildung, mehr Arbeitsplätze etc. (Im Fall Dänemark auch mehr Flexibilität, dafür ist man aber bei Arbeitslosigkeit wiederum gut abgesichert.)

    Auf Dauer aber kann man sich an der vorgeblich einseitigen Propaganda auch nicht hochziehen und etwas bewegen. Das ermüdet doch, wenn man keinen Einfluss bekommt. Man muss einfach mehr über Themen und Hintergründe sprechen, über das, worum es eigentlich geht, offen und klar.

    (Dann kann man sich ohne Probleme einzelne Spitzen aus der Meinungslandschaft heraussuchen (gibts ja genug..) und Schritt für Schritt Unstimmigkeiten klarmachen.)

    • Noras Herrchen

      Ich kann Dir nicht genau sagen, wie Albrecht Müller diese Sache sieht, aber ich denke, dass eine interne Mechanik dafür sorgt, dass mittlerweile wirklich beinahe die gesamte Medienlandschaft betroffen ist, selbst wenn nur wenige Journalisten als Einzelne direkt Geld von der Wirtschaft nehmen und von denen wiederum nur sehr wenige fürs direkte Lügen bezahlt werden.
      Was machst Du denn, wenn Du tatsächlich häufig Veranstaltungen für Unternehmen oder Verbände moderierst und dadurch 50% oder mehr Deines Einkommens erzielst? Selbst angenommen, dass niemand irgendetwas Unanständiges dafür von Dir verlangt – jetzt sitzt Du in Deiner Sendung einem wie Raffelhüschen gegenüber und sollst kritisch hinterfragen – ja was denn, dass er Honorare für Beratungstätigkeiten nimmt? Ist doch nichts dabei, machst Du doch selber, und Du bist ja schließlich auch nicht bestechlich. Ich glaube, die meisten dieser Leute bekommen das Geld in der Tat nicht damit sie selber lügen, sondern damit sie nicht über Geld reden und die anderen, die wirklich Auftragslügner sind, freie Bahn haben.

  3. Es wird Zeit das eine informative Gegenöffentlichkeit aufgebaut wird und genau das passiert auch Dank der aufklärend kritischen NachDenkSeiten.
    Die (ab)schreibende Zunft sog. Journalisten sollte mal lieber öfters in den NDS stöbern, anstatt sich von der Wirtschafts-und Kapitallobby beliefern zu lassen. Das fängt bei ‚privaten unabhängigen‘ Instituten/Experten an und hört bei der ‚BLÖD‘ noch lange nicht auf.
    Ich finde selbst wenn die meisten Redakteure und Journalisten die Dinge ‚einfach so unbedacht hinschreiben‘ ist es umso dringender geboten hier eine Gegenöffentlichkeit mit guter Information herzustellen!
    Ich finde das gerade die Inhaltliche, differenzierte und qualitative Auseinandersetzung mit den Massenmedien (da sind leider die Meisten betroffen) bei Albrecht Müller und den NDS sehr gut gemacht wird. Auch gut recherchierte Beiträge aus der Medienlandschaft werden immer wieder hervorgehoben. Leider gibt es davon bei der abschreibenden Zunft nicht mehr allzuviele.
    Es ist quasi die Gleichschaltung der Vielfalt, gefangen in Quoten und Kapitalinteressen.
    Ich bin überzeugt das hier dicke Bretter gebohrt werden müßen(!). Die NDS und andere kritische
    Journalisten tun genau das und finden immer mehr Leser die sich nicht mehr für dumm verkaufen lassen wollen.

    Bitte weiter so!

  4. Bevor man Oskar Lafontaine rehabilitiert („reloaded“), wäre es doch interessant zu wissen, welche Vorschläge ( für die er von seinen Finanzminister-Kollegen -angeblich- verlacht wurde) er damals zur Neuordnung der Finanzmärkte konkret gemacht hat. Diese Information findet sich weder im mainstream noch in der Gegenöffentlichkeit.

  5. Christa Frohn

    Hallo Noras Herrchen ,

    Dir ist da wirklich ein großer Wurf gelungen – genau das ist die richtige Antwort auf die Hetzkampagne, die derzeit auf allen Kanälen abläuft, mit dem Ziel über die Person das Konzept zu diskreditieren. Wenn Du es mir erlaubst, werde ich gerne den Kontakt zum Bundesvorstand herstellen und eine Verwendung Deiner Vorschläge für eine Gegenkampagne im Internet vorschlagen. Super wäre eine kurze Rückmeldung ob Du Dir so etwas vorstellen kannst.
    Herzliche Grüße
    Christa

    • Noras Herrchen

      Na klar, solange ich nicht selber mit Adresse und Telefonnummer auf die Plakate muss. Übrigens haben drüben im Thread zu „Oskar Reloaded“ schon zwei Teilnehmer geschrieben, dass sie einen entsprechenden Hinweis an Oskart Lafontaine und andere gemailt haben. Komm doch auch rüber.

  6. @Christa Frohn: Sorry, das ist mir zu optimistisch. Ich glaube nicht, dass die Leute auf die Barrikaden gingen, wenn sie wüssten, was los ist. Erstens wollen sie es nicht wissen, zweitens , weil sie es ja wissen könnten, wenn sie es wollten. denn wir leben ja (noch) in einem Staat, in dem jeder die Möglichkeit hat, sich frei zu informieren und drittens nehmen sie es schulterzuckend hin, wenn sie`s wissen. Die Deutschen waren noch nie ein Volk der Revolution, 1848 war ein Witz, die Mutigen wurden damals schon nicht unterstützt. Man muss sich ja nur mal die Stimmen für die FDP bei der Europawahl anschauen oder den Beliebtheitsgrad Guttenbergs für wenig Leistung. Natürlich wird`s
    immer Leute geben, die mit- und nachdenken, aber für einen Stimmungsumschwung im Land wird es nicht reichen. Mein Tipp für den 27.9:
    CDU 35%+x,FDP 12% +x. Wer will kann ja gerne dagegen wetten. Spricht aber natürlich alles nicht gegen Aktivität und Aufklärungsarbeit.

  7. Christa Frohn

    Hallo Siggil,

    Du bist aber fix! alle Ehre! Jetzt mal im Ernst: Wenn Du mit den Menschen sprichst, dann kristalisiert sich da so langsam eine große Wut heraus . Erste Vorstöße, eine MWST-Erhöhung auf 25 (!) Prozent auf den Weg zu bringen, Merkels Ankündígung, nicht nur die Hartz-Sätze abzusenken, sondern für die Betroffenen eine Arbeitspflicht, auch in der freien Wirtschaft ,einzuführen(für mich Zwangsarbeit) zeigen, wo nach den Wahlen die Reise hingeht. Die Unkenntnis ist für mich eine direkte Folge gezielter Desinformation „auf allen Kanälen“. Nicht jeder findet z.B.die Nachdenkseiten im Netz-war auch bei mir ein glücklicher Zufall.
    Herzlichen Gruß und immer optimistisch bleiben!
    Christa

  8. IASM – Wäre doch auch ein guter Name. Wobei das A wohl eher für ganz alte stehen müsste…Mach was….

    BTW: Angela Merkel fliegt nach Westerland, unterschreibt Bücher, deren Verkauserlös bestimmt für soziale Zwecke gespendet wird oder verdient sich die Kanzlerin gesponsert durch die Luftwaffe eine goldene Nase nebenbei?

  9. „Ich hatte bereits ein “going public” erwogen, weil mich Wirtschaft und Politik in diesem Land krank machen“
    Tja, Noras Herrchen mir geht es ähnlich. Auch mich macht das alles krank und wütend. Ich lese die Nachdenkseiten und NetNewsGlobal nun fas tschon zwei Jahre. Für mich ist theoretisch schon der Punkt erreicht für den Artikel 20 GG gedacht ist „(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“. Leider teilen die meisten meiner Mitmenschen diese Meinung nicht. Die schauen mich mit großen Augen an und finden doch „eigentlich ist doch alles in Ordnung“. Das Unrecht zeigt sich doch mittlerweile so klar. Oder etwa nicht? Immer wieder haben wir der vorletzten Generation vorgeworfen, warum sie nichts unternommen haben und „sehenden Auges“ in eine Diktatur geschlittert sind. Jetzt weiß ich warum. Die fanden das in Ordnung, was da lief. Genau wie heute. Es scheint ganz in Ordnung zu sein, wenn…
    .. sich Menschen von Ihrer Arbeit -zu der sie gezwungen werden- nicht mehr Ernähren können.
    ..deutsche Soldaten beim „Brunnen bauen“ sterben.
    ..nicht Tausende, nicht Millionen sondern Milliarden von Euros verschoben werden und im Handstreich „verschwinden“
    .. Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zum Kavaliersdelikt wird. Die „Unterschlagung“ von 1,40 Euro jedoch die Existenz kostet.
    ..illegale Atommülldeponien absaufen und uns die „sicheren“ Atomkraftwerke um die Ohren fliegen.

    Kann man mal bitte Rechts ranfahren? Ich glaub ich muss Kot…!!

  10. Ach übrigens die Anrede „Noras Herrchen“ finde ich ein wenig kompliziert. Können wir nicht einfach Stefan sagen?

    • Noras Herrchen

      Diese Anfrage trüge erheblich mehr Gewicht,
      käme sie nicht von jemandem, der selber unter „anon(ymous)“ firmiert, und
      hättest Du erst gefragt und dann einen Namen genannt.
      Kopfschüttel.
      Wie wär’s mit stattdessen mit Nrrch?! Klingt wie Ork, hat aber nur fünf Buchstaben.

      • Lieber Nrrch,
        das sollte eigentlich ein dezenter Hinweis darauf Sein, dass es mit Deiner Anonymität soweit nicht her ist. Du hast aber recht. Die Art und Weise war nicht fair von mir. Ich bitte um Entschuldigung.

        Der Anon bei mir hat durchaus seine Berechtigung. Man stelle sich vor, unser Staat entwickelt sich so weiter, dann ist es etwas ungeschickt, seinen Namen auf einer „Staatsfeindlichen“ Seite zu finden. Und damit zweifelsfrei feststeht, dass ich inkognito unterwegs bin, heiße ich eben Anon und nicht „Peter Niderzk“ .
        Beste Grüße von
        Frank (um etwas Ausgleich zu schaffen)

      • Noras Herrchen

        Kein Problem, Frank. Nach einem kurzen Augenblick der Verwirrung war mit klar, dass es nicht böse gemeint war. Trotzdem korrekt, dass Du darauf noch einmal zurückgekommen bist, danke.

  11. Christa Frohn

    Hallo Noras Herrchen,
    bin schon drüben – und sehr begeistert über das Feed-back , das du bekommst. Ich habe die Verwendung Deines Vorschlages schon im KV angeregt , für Flyer, I-net und so. Bin gespannt auf die Reaktion der LINKEN – mal schaun !

    Herzlichen Gruß
    Christa

    PS.Stefan wäre handlicher, finde ich!

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